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Kopftuch-Urteil des Bundesarbeitsgerichts markiert einen Wendepunkt in der säkularen Demokratie.

Kopftuch-Urteil des Bundesarbeitsgerichts markiert einen Wendepunkt in der säkularen Demokrat

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir, die deutschen Exiliranerinnen, sind zutiefst empört von den Urteilen zuerst des Landes- und nun des Bundesarbeitsgerichtes, da es einen Wendepunkt in unserer säkular verfassten Demokratie darstellt. Wir hatten das Verbot jeglicher weltanschaulicher und religiöser Symbole im Berliner Neutralitätsgesetz mit großer Freude wahrgenommen, und wir waren insbesondere erfreut über die strikte Anwendung gegenüber Kopftuch-tragenden Lehrkräften. Das islamische Kopftuch ist ein Symbol des islamischen Religionsgesetzes (Scharia), dessen Präsenz in einem säkular-demokratischen öffentlichen Raum wie der Schule nicht geduldet werden darf – nicht bei Schülerinnen, und vor allem nicht bei Lehrerinnen.

Das Haupt frei von archaisch-geschlechtsspezifischer Kopfbedeckung zu tragen, muss ein Grundrecht jedes Mädchens sein. Gerade Mädchen, die aus streng islamischen und islamistischen Elternhäusern kommen, müssen in der Schule auf weibliche Vorbilder treffen – sprich: auf Frauen, die frei und selbstbewusst jenseits vom islamischen Patriarchat und seinen Symbolen leben. Das Land Berlin hatte dementsprechend richtig entschieden, wenn es die Kopftuch-tragende Anwärterin vor die Entscheidung stellte, dieses Symbol religiöser Geschlechtertrennung abzulegen.

Als Exiliranerinnen wissen wir aus eigener Erfahrung, wie die Normalisierung islamischer Symbole mit dem schrittweisen Abbau der säkularen Öffentlichkeit einhergeht. Was viele hierzulande nicht verstehen können oder wollen, können Feministinnen und säkulare Menschen aus Ländern wie dem Iran, der Türkei oder Indonesien bezeugen: Die Akteure des politischen Islam verstecken sich immer so lange hinter „Toleranz“ und „Religionsfreiheit“, bis ihre Anhänger eine bedeutende Anzahl erreichen und die Macht für sie in greifbare Nähe rückt. Dann wird aus vermeintlich unpolitischer Religionsausübung beinahe über Nacht eine totalitäre Ideologie, die alle Menschen in In-Group und Out-Group teilt, alle Frauen in Ehrenwerte und Huren.

Diese eindringliche Warnung muss immer wieder ausgesprochen werden, bis auch die Letzten es verstehen und verinnerlichen: Es handelt sich beim islamischen Kopftuch nicht um ein harmloses Symbol der Religionszugehörigkeit, wie es etwa ein Kreuz- oder Halbmondanhänger an einem Halskettchen wäre, sondern um eine offensive Einflussnahme des politischen Islam auf den öffentlichen Raum und auf die in diesem Raum sich aufhaltenden Frauenkörper! Jede Dissidentin und jeder Dissident von Istanbul bis Karachi weiß, dass die Islamisierung des öffentlichen Raumes schleichend und schrittweise beginnt – und immer unter Ausnutzung der Religionsfreiheit und der Toleranz des säkularen Staates!

Im Iran mussten wir an unseren eigenen Leibern und Häuptern erfahren, was der Zwang zum Kopftuch bedeutet. In unserer neuen Heimat müssen nun wir miterleben, wie derselbe Prozess droht, sich zu wiederholen. Das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes ist leider nur ein weiterer Schritt in dieser fatalen Entwicklung.

Doch wir vernehmen auch eine positive Nachricht von unverhoffter Seite. Wie verschiedene Medien berichteten, erwägt die Berliner SPD zurzeit eine Verfassungsbeschwerde oder eine Berufung vor dem Europäischen Gerichtshof. Leider ist vor dem Hintergrund vergangener Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes zum Thema Kopftuch nicht mit einer erfolgreichen Beschwerde zu rechnen. Der Europäische Gerichtshof hat jedoch 2017 mit seinem Urteil zum Burka-Verbot seinerseits einen wichtigen Präzedenzfall geschaffen. Wir hoffen inständig, dass sich zumindest auf europäischer Ebene das westliche Ideal von Freiheit und Selbstbestimmung gegen die islamische Versklavung der Frau durchsetzen wird.

1. Leila Anslani
2. Ameneh bamedi
3. Monireh Bradaran
4. Parvin Ebrahimi
5. Mitra Fazeli
6. Jaleh Fathinejad
7. Minou Forough
8. Akhtar Ghasemi
9. Monireh Kazemi
10. Hamideh Kazemi
11. Dr. Shahin Navai
12. Farsaneh Parizadehgan
13. Mahshid Pegahi
14. Mahbube Peukert
15. Nuschin Rawanmehr
16. Giti Salami
17. Shamla Sarabi
18. Tonia Valioghli
19. Hellen Vaziri

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